Teil 1 der Reihe
Die Fabier
Wie der Gradualismus der „Fabian Society“ eine neue Welt schmiedete
Fabian Society? Noch nie gehört?
Ich bin 40 Jahre alt und hörte diesen Begriff erstmals im Januar 2026.
Ein riesengroßer Kaninchenbau – eher eine „Stadt unter Tage“ – offenbarte sich mir in der Folge. Dabei folgte ein Mindblow dem nächsten, ähnlich wie vor Jahren, als ich Bitcoin für mich entdeckte. Ich möchte dich mitnehmen auf diese Reise, die am Ende hoffentlich zu einem besseren Verständnis deines allgegenwärtigen Gefühls führt, „dass da draußen irgendetwas nicht stimmt“.
In den vergangenen 150 Jahren vernetzten sich Macht, Hochfinanz und sicherlich gut gemeinte Philanthropie zu einer Art Hallimasch-Myzel – dem für mich bis heute größten und bedeutendsten sozialen Netzwerk der westlichen Welt.
Dies ist der Beginn einer mehrteiligen Reihe
Ich wage zu behaupten, dass es sich um die bisher umfangreichste Recherche zu dieser Thematik handelt, die es im deutschsprachigen Raum je gegeben hat.
Lass uns einfach starten
Zunächst reisen wir über 2200 Jahre zurück ins Römische Reich – genauer gesagt in den April 217 v. Chr.
April 217 v. Chr.Hannibal im Sumpf
Nach der erfolgreichen, jedoch sehr verlustreichen Überquerung der westlichen Alpen im November 218 v. Chr. marschierte das erschöpfte und dezimierte Heer Hannibals durch ein Sumpfgebiet in Richtung Arno. So mied Hannibal die Römer.
Dabei verlor er durch eine Infektion das Augenlicht auf einem Auge. Zuvor hatte er bereits 36 seiner 37 Elefanten verloren, die es noch in der Nähe des Col de la Traversette über die Alpen geschafft hatten. Kurioserweise blieb ihm nur sein treuer Begleiter „Surus“.
Juni 217 v. Chr.Die nackte Angst in Rom
Nach einer Phase der Erholung fügte Hannibal den Römern am Trasimenischen See eine vernichtende Niederlage zu: 15.000 Römer fielen, weitere 15.000 gerieten in Gefangenschaft. Im 180 km entfernten Rom herrschte die nackte Angst.
Eines der beiden großen römischen Feldheere war nun vernichtet. Da zwischen Hannibal und der Stadt Rom kein organisiertes Heer mehr stand, war die Ernennung von Fabius Maximus zum Diktator unumgänglich.
Diktator? Nicht im Sinne des Begriffs ab 1933, sondern im römischen Sinne: Der ausschließlich in Krisenzeiten ernannte Diktator hatte eine auf sechs Monate begrenzte, aber letztverbindliche Befehlsgewalt über alle Bereiche – ohne Vetorecht.
Fabius Maximus, der „Cunctator“
Fabius Maximus ging als „Cunctator“ (der Zauderer) in die Geschichte ein. Statt Hannibal in einer offenen Feldschlacht zu stellen – was zuvor wiederholt gescheitert war –, verfolgte er eine Ausweich-, Zermürbungs- und Zersetzungstaktik.
Fabius Maximus schlug Hannibal nicht in einer alles entscheidenden Schlacht. Stattdessen zermürbte er ihn über Jahre durch eine Strategie der „verbrannten Erde“ und die konsequente Verweigerung einer offenen Konfrontation. Er hielt sein Heer stets in geschütztem, hügeligem Gelände, fing Nachschubtruppen ab und hungerte die Karthager aus. So nahm er Hannibal die Möglichkeit, seine taktische Genialität auf dem Schlachtfeld auszuspielen.
Durch dieses beharrliche Hinhalten und Ausweichen kaufte er Rom die nötige Zeit, sich militärisch zu regenerieren. Diese Zeit nutzte später Scipio, um den Krieg nach Afrika zu tragen – was Hannibal zum Rückzug aus Italien zwang.
Diese Taktik verlieh der 1884 gegründeten „Fabian Society“ ihren Namen.
Bild: nach Fabian Society, Wikimedia Commons, Lizenz CC BY-SA 4.0; metallisch neu interpretiert.
Doch bevor wir uns der Geschichte der Fabier ab 1884 widmen, ist es essenziell, die Handlungen weiterer Akteure in diesem Spiel um die Machthoheit zu beleuchten.
Im nächsten Artikel begeben wir uns in die Zeit des industriellen Aufschwungs in den USA. Sie zu beleuchten ist wichtig, um zu verstehen, warum die Fabian Society bis in die Gegenwart erfolgreich operiert.
Zur Reihe
Die Artikel werden in Form einer Chronik veröffentlicht, damit du dich besser in die jeweilige Zeit hineinversetzen kannst. Alle Artikel bauen aufeinander auf. Es ergibt keinen Sinn, einzelne Artikel ohne den Zusammenhang der vorherigen oder folgenden zu lesen – bitte sei dir dessen bewusst.
Ein Hinweis zu meiner Recherche
Ich habe alle Quellen selbst gesucht und verifiziert, Briefe diverser Protagonisten gelesen, Bücher gelesen und Hörbücher gehört. Zu allen Fakten stelle ich Links zur eigenen Prüfung zur Verfügung.
Die Absicht der Veröffentlichung meiner Recherche ist keine Verbreitung von Theorien.
Ich liefere geschichtliche Fakten, du übernimmst das Denken.